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Danke,

sagen wir Ihnen, die Sie uns als Zusschauer über viele Jahre die Treue gehalten und motiviert haben. Nun bitten wir Sie um Verständnis dafür, dass wir nach dem Tod von Bernd Kaun (siehe nebenstehenden Nachruf)  das Herrenzimmer nicht fortführen werden.


Liebe Besucherin, lieber Besucher unserer Homepage,

 

sicher werden Sie schon bemerkt haben, dass alle Auftrittstermine für unser neues Programm nicht mehr abrufbar sind. Dafür gibt es einen sehr traurigen Grund. Am 17. April verstarb plötzlich und völlig unerwartet der Gründer, Programmschreiber und Regisseur des "Kabarett – Herrenzimmer", unser Weggefährte und lieber Freund, Bernd Kaun.

 

 

Nachruf

 


Am 10. April haben wir noch gemeinsam für unser neues Programm geprobt, wie immer locker, konzentriert und mit viel Spaß. Bernd erläuterte uns seinen Programmentwurf, war besonders gut aufgelegt und voller Zuversicht. Eine Woche später erfuhren wir voller Bestürzung und Entsetzen von seinemplötzlichen und unerwarteten Tod.


1998 hatte Bernd, Regisseur auch vieler Schülertheateraufführungen, im Lehrerzimmer einen Zettel für interessierte  Kolleginnen und Kollegen an einem Kabarettprogramm zu „100 Jahre Erich Kästner“ ausgehängt. Die Geburtsstunde des EKS-Lehrerkabaretts. Bis 2008 führten insgesamt 16 Ensemblemitglieder in unterschiedlicher Besetzung insgesamt sechs Programme mit literarisch-politischen Texten auf.


Mit viel Engagement und Akribie gestaltet wurden diese Programme einschließlich der Zwischentexte wesentlich von Bernd. Seit 2004 wurden die Programme auch im Palastzelt beim Baunataler Sommer präsentiert und waren stets ausverkauft. Das EKS-Lehrerkabarett wurde weit über die Region hinaus bekannt. Mit dem Wechsel der meisten Mitglieder in den Ruhestand löste sich das Ensemble auf. Auf Initiative von Bernd gründeten wir schließlich 2011 das „Literarische Kabarett –Herrenzimmer“. Mit viel Fleiß, Kenntnis und Freude entwarf Bernd auch hier die Programme. Auch das diesjährige Programm stellt er Anfang des Jahres fertig und auch ein Programm für 2020 hatte er schon entworfen. Bernd hat es sehr gut verstanden, bei allen Programmen die unterschiedlichen Charaktere und Fähigkeiten der Akteure zu berücksichtigen, so dass sich jeder in seinen Rollen wohlfühlte.


Wohlfühlen und Spaß haben, unter diesem Motto standen auch immer unsere gemeinsamen Proben, auf die man sich schon vorher freute. Und Vieles von diesem freudigen Engagement haben wir wohl auch bei unseren Aufführungen ausgestrahlt. Das „EKS-Lehrerkabarett“ und das „Literarische Kabarett Herrenzimmer“ waren Bernds „Kinder“, deshalb haben wir gemeinsam beschlossen das „Herrenzimmer“ nicht fortzuführen.


Wir können es immer noch nicht fassen, dass du nicht mehr da bist und unsere gemeinsamen Proben und Aufführungen nicht mehr stattfinden. Uns bleibt nur die Erinnerung an gemeinsame zwanzig Jahre, voll beglückender Momente.

 

„Je schöner und voller die Erinnerung, desto schwerer ist die Trennung. Aber die Dankbarkeit verwandelt die Qual der Erinnerung in eine stille Freude. Man trägt das vergangene Schöne nicht wie einen Stachel, sondern wie ein kostbares Geschenk in sich.“

(Dietrich Bonhoeffer)


Gerd Dahmen, Markus Zosel, Wolfgang Weigand

 

 

 

 

HNA vom 07.05.2019





 

 

 

 

HNA vom 08.05.2019




ZUM SELBSTVERSTÄNDNIS UND ZUR NAMENSGEBUNG UNSERES ENSEMBLES 

1899, zur Geburtsstunde unseres Kabarettautors Erich Kästner, also zur Jahrhundertwende, gab es nicht bei den Kästners, wohl aber bei deren großbürgerlichen Verwandten in der Dresdner Neustadt noch das, was man damals ein Herrenzimmer nannte, luxuriös ausgestattet mit großen, bequemen ledernen Sesseln. Hier hinein zogen sich die Männer bei dicker Zigarre und Cognac nach dem Essen zurück, um Themen zu besprechen, bei denen Frauen (man höre!) nicht mitreden konnten oder sollten.... Ohne Zweifel eine aus heutiger Sicht anachronistische Einrichtung, nicht nur wegen des Verzichts auf Zigarren und Cognac ...  

 

112 Jahre später: Wie das "Frauenzimmer" ist auch das "Herrenzimmer" heute nur noch ironisch zu verstehen - und Ironisches passt eben zum Kabarett! Und so meinen wir es auch: In unserem Ensemble versammeln sich - in unserem Falle - vier Herren, die aus geistreichem Dichtermund  amüsant und gleichzeitig unverschämt etwas direkt sagen möchten. Und die Damen? Die sind geradezu herzlich eingeladen, der Zutritt zum "Herrenzimmer" ist sogar sehr erwünscht.

 

Literarisch wird unser als „Herrenzimmer“ firmierendes Ensemble dann, wenn wir uns  mit Texten, Sketchen und Chansons von Autoren wie Erich Kästner, Kurt Tucholsky, Friedrich Hollaender, Werner Finck, Erika Mann, aber auch von Heinrich Heine, Günther Neumann und Georg Kreisler auf Zeitreisen begeben. Das deutschsprachige literarische Kabarett ist ohne sie undenkbar. Spitzzüngig und unterhaltsam zugleich verstehen sie es, schonungslos den Finger auf gesellschaftliche Missstände zu legen. Sie spüren Fehlverhalten jedweder Herkunft auf, stellen es spöttisch-witzig bloß…Ihre Texte haben bis heute an Aktualität nichts verloren, weil der Mensch nun mal so ist wie er ist! Dabei sind die genannten Kabarettautoren beispielgebend für die vielen anderen Sprachakrobaten, die sich der Satire verschrieben haben. Und so dürfen natürlich auch Heinz Erhardt und Robert Gernhardt nicht fehlen. Denn was darf Satire? Alles! Was also kann vergnüglicher sein, als Lyrik und Prosa mal frech, mal feinsinnig, manchmal auch mit schwarzem Humor dargeboten, neu zu entdecken und zu genießen? Dass wir dies gern auch musikalisch tun, ist letztendlich das „Sahnehäubchen“ literarisch-kabarettistischer Programme.

 

 

WIR ÜBER UNS



Markus Zosel (v. li.), Gerd Dahmen, Wolfgang Weigand, Bernd Kaun







Anlässlich von "100 Jahre Erich Kästner" gründeten 1998/99 Lehrerinnen und Lehrer der Erich Kästner Schule in Baunatal das  

EKS- Lehrerkabarett. Dabei präsentierte das kabarettbegeisterte Pädagogenensemble literarisch-politische Texte über den Namensgeber seiner Schule hinaus bis 2008 in insgesamt sechs Programmen. Ideengebung und Regiearbeit oblag von Anfang an Bernd Kaun. Dabei gestalteten insgesamt 16 Ensemblemitglieder  in unterschiedlicher Zusammensetzung im Laufe der Jahre die Programme.

 

Gerd Dahmen und  Wolfgang Weigand gehörten zu den  

Gründungsmitgliedern. Später kam Markus Zosel - unser Mann  

am Flügel - dazu. Seit 2004 wurden die Programme des EKS- Lehrerkabaretts auch beim Baunataler Sommer präsentiert und standen in der Publikumsgunst ganz oben. Alle Aufführungen in Schulaula und Palastzelt waren ausverkauft, und damit wurde das  

EKS- Lehrerkabarett über die Region hinaus bekannt. Mit dem  

Wechsel der meisten Mitglieder in den Ruhestand löste sich das Ensemble auf, bis auf vier, die irgendwie weitermachen wollten.  

So gründeten sie 2011 das Literarische Kabarett-Herrenzimmer.   

 

 

 

 


Bernd Kaun, Jg. 1947.

40 Jahre überzeugter Gesamtschullehrer (IGS). Interessiert an Literatur und Theater mit Schülern. Regie bei zahlreichen Schultheater- aufführungen. Begründer, Programmschreiber und Regisseur des EKS - Lehrerkabaretts sowie des Literarischen Kabaretts - Herrenzimmer.

 

 

 


Wolfgang Weigand, Jg. 1946.  

Nach 37 Jahren als Lehrer für Deutsch, Gesellschaftslehre und Sport im Ruhestand. Mehrjähriges Mitglied im Chor "mehrklang". Literarisch, politisch interessiert. Sportlich ambitioniert (u.a. Europäischer Vizemeister und Deutscher Meister  über die IRONMAN Distanz:  3,8 km Schwimmen / 180 km Radfahren / 42,2 km Laufen  2016 in Frankfurt/M).

 

 

 


Gerd Dahmen, Jg. 1948.  

Nach fast 40 Jahren Schuldienst an einer IGS

im Ruhestand, aber immer noch voller Taten-

drang und mit großer Leidenschaft für das literarische Kabarett. 

 

 

 

 

 

 


Markus Zosel, Jg. 1972.  

Hauptberuflich Studienrat an einer IGS mit den Fächern Englisch und Musik. Schon mit zwölf Jahren erste eigene Kompositionen. Gewinner eines Kompositionswettbewerbes des Hessischen Rundfunks mit Besuch beim Bundespräsidenten in Berlin. Nationale und internationale Auftritte mit Chansons und popularmusikalischen Songs und Kopositionen im klassischen Chor- und Orchesterbereich. 2010 Aufführung der selbst komponierten Baunataler Stadtmesse: der "Baunataler Messe". Letzte CD-Veröffentlichungen: GOOD CROPPER (2015) und ECHOES SUITE (2015). Literarisch sind von Markus Zosel drei Erzählungen erschienen: PRAEAMBULUM (2014), HOFLAND (2014) und ANDERSWELT(2016), ein Gedichtband mit dem Titel WINDREFLEXIONEN (2014) sowie drei Romane: LAHNUFER (2015), FRENCH ROOF (2015) und AQUAPOLIS (2016). Im August 2016 wird er von der AKADEMIA in Los Angeles/USA mit dem Award für den Bereich "Folk / Singer-Songwriter BEST-EP:'DELIGHTED'" ausgezeichnet. Weitere Informationen unter www.markus-zosel.com.